In der Pubertät wurden wir für unsere besonderen Tage mit drei Möglichkeiten vertraut gemacht: Tampons, Slipeinlagen und Binden. Mit diesen Hilfsmitteln arrangieren sich die meisten von uns bis heute vermeintlich alternativlos, obwohl sie für die Gesundheit, für die Umwelt und für den Geldbeutel nicht besonders attraktiv sind und es zwischenzeitlich wesentlich bessere und vor allem umweltverträglichere Alternativen auf dem Markt gibt.

Besonders bei diesem Thema fiel mir auf, wie schwer mir als Gewohnheitstierchen selbst einfache Veränderungen von eingefahrenen Gewohnheiten fallen. Bevor ich gleich die Alternativen vorstelle, möchte ich aber zuerst auf die drei Faktoren eingehen, die eine Umstellung eigentlich zur Pflicht werden lassen müssten:

Gesundheit

Bei Bedarfsgegenständen gilt in Deutschland keine gesetzliche Deklarationspflicht über die Inhaltsstoffe, was ziemlich problematisch ist! Der Verbraucher kann dadurch nicht nachvollziehen, ob z. B. die Baumwolle mit Pestiziden oder Gentechnik behandelt wurde und ob beim Bleichvorgang z. B. Dioxine entstehen, die krebsfördernd sind. Herkömmliche Tampons haben zudem meist eine feine Kunststoff-Ummantelung aus Polyethylen oder Polyester kombiniert mit Chemikalien, was allesamt eigentlich niemals mit dem sensibelsten Bereich unseres Körpers in Kontakt kommen sollte!

Umwelt

Laut Statistik verwendet eine Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 17.000 Einwegartikel in Form von Tampons, Binden oder Slipeinlagen! Tampons und Binden brauchen Berechnungen zufolge aufgrund des Kunststoffanteils mehrere Jahrhunderte, um sich zu zersetzen. Wenn man das einmal auf die weibliche Weltbevölkerung hochrechnet, möchte man die Gesamtsumme lieber nicht wissen. Die Vermeidung von Plastik wird zu einem immer größeren und wichtigen Thema, weshalb man hier leicht zu einer positiven Veränderung beitragen kann.

Geld

Um bei der Summe von 17.000 zu bleiben, gibt man in seinem Leben ungefähr 2.000 Euro nur für die Verwendung von Einweg-Tampons oder -Binden aus. Heute kann man mit nur einem einzigen alternativen Mittel für lediglich 20-30 Euro sage und schreibe 10 Jahre problemlos wiederverwendbar auskommen. Hier stehen also 2.000 Euro für umweltschädliche und gesundheitlich möglicherweise problematische Einweg-Artikel im krassen Gegensatz zu vielleicht insgesamt 90 Euro mit nur 3 Artikeln im Laufe seines Lebens! Meiner Meinung nach ein überzeugender Aspekt, sich mit anderen Lösungen auseinanderzusetzen.

Die beste Alternative zu Tampons, Binden & Co.

Man hätte sich für dieses nützliche Utensil meiner Meinung nach ruhig etwas mehr Mühe mit der Namensgebung geben können, denn das Wort »Menstruationstasse« oder »Menstruationskappe« hört sich nicht gerade nach einem Highlight an, das man unbedingt sein Eigen nennen möchte. Aber es erfüllt seinen Zweck und ist besonders unter den oben genannten drei Faktoren in jedem Fall einen Versuch wert. Heute kann ich überhaupt nicht mehr nachvollziehen, warum ich so lange mit der Umstellung gezögert habe.

Menstruationstasse Fun Cup - Blog CAQTUSDa erfreulicher Weise immer mehr Frauen auf die zum Teil fröhlich bunten Cups zurückgreifen, wird die Produktpalette auch immer größer. Oftmals gibt es zwei verschiedene Größen, die kleineren umfassen in der Regel ca. 30 ml, womit das Tässchen im Verhältnis wesentlich seltener getauscht werden muss als z. B. ein herkömmlicher Tampon.

Die Funktionsweise: Der kleine Becher ist aus elastischem Silikon und kann ganz einfach eingeführt werden. Nach einigen Anwendungen bekommt man ein gutes Gefühl dafür, nach welcher Zeit man einen Wechsel vornehmen sollte. Den Cup kann man leicht entfernen, in der Toilette oder im Waschbecken entleeren, mit Wasser reinigen und Toilettenpapier trocknen und anschließend wieder einführen – also ein schneller und unkomplizierter Vorgang.

Anwendung der Menstruationskappe - Blog CAQTUSReinigung: Erfolgt während des Tragens – also zwischendurch – mit Wasser und eventuell milder Seife. Nach Perioden-Ende kann man den Cup in kochendem Wasser sterilisieren. Wasser reicht zwar vollkommen, aber wem das nicht ausreicht, kann spezielle Reinigungsmittel für den Cup kaufen. Allerdings ist das meiner Meinung nach Geldverschwendung. Keep it simple!

Menstruationskappe Reinigungsbox - Blog CAQTUS

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Leider kann man bei solch einem Hygiene-Artikel nicht einfach mehrere bestellen und alle auf Passgenauigkeit ausprobieren, weshalb man sich vorher die Unterschiede anschauen und dann individuell für sich entscheiden sollte.

  • Größe: Meist werden zwei unterschiedliche Größen angeboten. S – die kleine Variante ist am besten geeignet für junge Frauen, die z. B. noch nicht entbunden haben, noch keinen Sex hatten oder generell schmaler gebaut sind. M – die größere Version eignet sich für Frauen, die schon einmal entbunden haben und/oder eine starke Regelblutung haben. Manche Firmen bieten Sets mit beiden Größen an, so dass man selbst variieren und je nach Stärke der Blutung wechseln kann.
  • Elastizität: Mir persönlich gefällt ein weicheres, elastischeres Material besser als ein eher steifes. Von der Funktionsweise konnte ich keinen Unterschied feststellen; das weichere ich einfach angenehmer zu tragen und einzusetzen.
  • Material: Achte beim Kauf darauf, dass der Cup aus medizinischem, zertifiziertem Silikon besteht. Die beiden kleinen Löcher am Rand dienen dazu, die Entstehung eines Vakuums zu vermeiden.
  • Stab der Menstruationskappe - Blog CAQTUSStäbchen: Die meisten Cups haben ein Stäbchen, um sie problemlos herausnehmen zu können. Man kann es auf seine Bedürfnisse entsprechend zuschneiden bzw. kürzen. Die Cups ohne Stäbchen haben kleine Nöppchen am unteren Rand, womit das Entfernen ebenfalls einfach ist.
  • Farbe: Gibt es in transparent sowie in verschiedenen Farben. Hier würde ich eher eine Farbe empfehlen, zumal sich transparentes Silikon mit der Zeit etwas gelblich verfärben kann.
  • Zubehör: Fast alle Cups sind mit einem kleinen Säckchen ausgestattet, allerdings sind die meisten davon nicht besonders geeignet für den hygienischen Transport. Zusätzlich gibt es spezielle Dosen, die vor Flusen oder sonstigen Einflüssen schützen. Du kannst aber auch einfach eine normale, kleine Tupper-Dose verwenden.

Noch ein Vorteil: Tampons trocknen die Intimflora aus, Binden wiederum empfinden viele als unhygienisch. Beides kann mit einem Cup vermieden werden und wirkt sich nicht zuletzt auf einen besseren Sex aus. (PS. Während des Sex kann das Käppchen jedoch nicht getragen werden.)

Welcher Cup ist am besten?

Man müsste ein paar hundert Euro ausgeben, um alle zu testen und selbst dann wäre die Wahl immer noch individuell. Ich habe mir etwa zehn verschiedene bestellt und – soweit möglich – im Detail angeschaut. Wichtig finde ich ein eher weicheres Material und mir persönlich gefällt der Fun Cup* am besten, weil er nicht nur cool aussieht, sondern weil ich das Stäbchen zum Herausziehen der meisten Cups in manchen Situation beim Sitzen unangenehm finde. Zudem verfügt er über eine Tasche, die keine Verfärbungen durch z. B. Flüssigkeiten annehmen kann.

Von den herkömmlichen Menstruationstassen hat mir Zen Gina* am besten gefallen. Hier hat man sogar die Möglichkeit, den Cup innerhalb der ersten 60 Tage bei Nichtgefallen zurückzugeben. Für einen Test also eigentlich optimal. Die meisten Cups unterscheiden sich nicht wirklich voneinander, außer evtl. von der Dicke bzw. Festigkeit des Silikons und natürlich vom Preis. Wichtig ist wie gesagt, dass er aus zertifiziert medizinischem Silikon besteht.

Weitere nachhaltige Möglichkeiten zu Tampon & Co.

Unter ökologischen und hygienischen Gesichtspunkten gibt es eigentlich nur wenige Alternativen zum Menstruations-Cup. Für diejenigen, die mit dem Cup nicht klarkommen sollten, sich aber von den Hygiene-Einwegartikeln wegbewegen möchten, wäre das sogenannte Levantiner Schwämmchen* eine Möglichkeit. Es ist die älteste und natürlichste Methode überhaupt. Das Schwämmchen ist aus 100% Naturmaterial und kann ganz normal unter Wasser ausgewaschen und wieder eingesetzt werden. Bei stärkeren Tagen kann man einfach zwei gleichzeitig verwenden und sie bewegen sich automatisch nach unten, je vollgesogener sie sind.

Levantiner Schwamm - Menstruationsschwamm - Blog CAQTUSWer nicht auf Binden oder Slipeinlagen verzichten möchte, sollte die Möglichkeit von auswaschbaren Stoffbinden in Betracht ziehen. Sie bestehen aus Bio-Baumwolle, Hanf, Mikrofaser oder Viskose; der Nässeschutz ist wiederum meist aus Kunststoff-Materialien. Sie können einfach unter Wasser ausgewaschen und anschließend in der Waschmaschine bis 60 Grad gereinigt werden. Erfahrungswerte kann ich hierzu leider nicht beitragen, aber man sollte der Umwelt zuliebe möglichst auf biologische Materialien achten. Frauen berichten außerdem, dass Baumwolle schöner zu tragen ist und die Verwendung per Druckknopf sich sicherer anfühlt als der Klebestreifen herkömmlicher Binden.

Wenn du trotz all der Faktoren nicht auf Tampons verzichten möchtest, solltest du insbesondere deiner Gesundheit zuliebe auf Bio-Tampons umsteigen. Diese zersetzen sich immerhin im Laufe eines Jahres und gibt es z. B. von  Natracare, Masmi und Organyc. Die Umstellung darauf war mein erster Schritt, den ich nach einiger Zeit allerdings nicht mehr wirklich sinnvoll fand. Man erzeugt schließlich dennoch Müll, angefangen von der einzelnen Plastikverpackung bis hin zur Entsorgung des Tampons (außerhalb von zu Hause) mit einer Plastik-Hygienetüte. Tampons gehören übrigens nie ins Klo – egal ob Bio oder nicht.

Wissenswertes über Hygiene-Zubehör

Wie in vielen anderen Bereichen auch haben wir bedingt durch Werbebeeinflussung das Gefühl, eine überdurchschnittliche Hygiene betreiben zu müssen. Viele wissen nicht, dass Feuchttücher und -pads maximal umweltschädlich sind. Nicht nur, dass die meisten Marken chemische Substanzen und damit krebserregende Stoffe enthalten, sondern ein Großteil der klassischen Marken zersetzt sich überhaupt nicht. Sie gehören auch nie ins WC, sondern in den regulären Restmüll.

Wer dennoch das Gefühl hat, diese Art von Hygiene unbedingt zu brauchen, sollte sich vielleicht einmal Swipoo* anschauen. Der Schaum kann einfach auf das Toilettenpapier aufgetragen werden und reinigt ohne Konservierungsmittel oder Duftstoffe.

Natracare Biotampons - Blog CAQTUSEin Großteil der Weltbevölkerung verwendet diese Variante und auch in den westlicheren Gefielden wird sie besonders aus umweltfreundlichen Gründen immer interessanter: Die Po-Dusche*! Man verbraucht kein Toilettenpapier oder andere Materialien, lebt gänzlich keimfrei und ist trotzdem 100% frisch und sauber. Eignet sich auch sehr auf Reisen, wobei man hier auch eine kleinere Variante verwenden kann, z. B. Hygienna Solo*. Den kleinen Aufsatz kann man auf Wasserflaschen schrauben und ist damit immer einsatzbereit, z. B. kann man auch den Menstruations-Cup problemlos auf der Toilette statt im Waschbecken reinigen.

Wer gerne Outdoor-Urlaube unternimmt, zeltet oder im Auto übernachtet, wird möglicherweise gern auf eine Alternative statt des möglicherweise notwendigen nächtlichen Gangs zum weit entfernen WC zurückgreifen wollen. Hier empfehle ich die Pinkelhilfe Lady P*. Sie ist wie die Cups aus Silikon, hält damit bis zu 10 Jahre und belastet die Umwelt in keinster Weise. Abraten würde ich von den Plastik- und Papp-Alternativen, die als Einwegartikel unnötig Müll produzieren.

Werberechtlicher Hinweis: Produkte mit einem *  verlinken zum Werbepartner Amazon.

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