Kategorie

Leben

Kategorie

Bereits von Kindesbeinen an scheint das Leben vorprogrammiert. Es gleicht einer asphaltierten Straße, von der man sich mal für kurze Zeit über eine Seitenstraße entfernen kann, aber im Grunde wird einem die Richtung und Fahrweise bereits von Kleinauf eingeimpft. Grundschule, weiterführende Schule, Ausbildung oder Studium und dann bestenfalls ein Beruf, der einem über etwa vierzig Jahre nicht nur möglichst gute Einkünfte einbringt, sondern auch noch eine ausreichende Vorsorge für das Alter ermöglicht. 

Wir haben heute zwar nicht alles, aber meist reicht es für ein gutes Leben aus. Und doch scheint sich langfristig irgendwie keine Zufriedenheit einstellen zu wollen. Also streben wir nach mehr von dem, das uns erfahrungsgemäß zumindest kurzfristig Glücksgefühle beschert: Mehr Urlaub, mehr Gehalt, ein Traumpartner, ein neues Auto oder das aktuellste Handy.

Er begleitet uns von Kindesbeinen an und sitzt vielen Menschen sozusagen als ungebetener Gast permanent auf der Schulter. Kritisch beobachtet er mit uns das Verhalten anderer, richtet über Gut und Schlecht und berät uns bei unseren Handlungen und Reaktionen, die in erster Linie zum eigenen Wohlbefinden beitragen sollen. Nur leider ist der Neid hierbei oftmals kein guter Berater

Single, solo, alleine… eigentlich hören sich alle Worte, die das Leben ohne Partner beschreiben, ziemlich trostlos an. Wir lernen schon in der Kindheit, dass ein Mann bzw. eine Frau an der Seite zum Leben dazu gehört, wodurch wir uns im Erwachsenenalter automatisch minderwertig fühlen, wenn wir diesem Standard nicht entsprechen. Aber ist dieser Gedanke heute eigentlich noch zeitgemäß?

Was könnte schöner sein als völlig frei zu sein? Niemandem Rechenschaft ablegen zu müssen, jeden Tag nach seinen eigenen, höchst individuellen Wünschen zu gestalten und auf diese Weise das Leben in vollen Zügen genießen zu können? Für viele stellt dies der ganz große Traum dar, die sich in ihrem goldenen Käfig gefangen fühlen, in dem sie tagtäglich in ihr Hamsterrad steigen und trotz guter Leistungen nicht vorwärts kommen. 

»Reisen ist mein Leben«, war über viele Jahre hinweg der erste Satz, der aus mir heraussprudelte, wenn ich neue Menschen kennenlernte. War ich zu Hause, schmiedete ich Reisepläne. War ich unterwegs, konnte es nicht weit genug entfernt sein. Im Grunde war ich eigentlich immer weg, ob mental oder in Wirklichkeit. Ich wollte die Welt kennenlernen und Freiheit spüren, die ich in meinem Alltag leider so gar nicht hatte.